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Jugendaustausch mit der Ukraine: Partner finden und Projekte planen

Jugendaustausch mit der Ukraine: Partner finden und Projekte planen

Der Jugendaustausch mit der Ukraine ist trotz des anhaltenden Krieges aktiv und bietet deutschen Trägern konkrete Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Dieser Artikel erklärt, wie die Partnersuche Ukraine gelingt, welche Projektformate aktuell realistisch sind und welche Förderprogramme genutzt werden können. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Projektumsetzung — ein praxisnaher Leitfaden für Jugendorganisationen.

Der Jugendaustausch mit der Ukraine hat in den vergangenen Jahren eine besondere Bedeutung gewonnen — sowohl als Zeichen gesellschaftlicher Solidarität als auch als konkretes Instrument der europäischen Jugendzusammenarbeit. Trotz des seit Februar 2022 anhaltenden russischen Angriffskriegs sind ukrainische Jugendorganisationen weiterhin aktiv und suchen internationale Partner. Viele von ihnen sehen grenzüberschreitende Projekte ausdrücklich als Teil ihrer Resilienzstrategie: Kontakt zur Welt zu halten, Erfahrungen zu teilen und jungen Menschen Perspektiven jenseits des Kriegsalltags zu eröffnen.

Wer sich auf dieses Engagement einlässt, muss allerdings einige Besonderheiten bedenken. Partnersuche, Projektplanung und Förderantragstellung funktionieren teilweise anders als bei Austauschprojekten mit anderen osteuropäischen Ländern. Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über alle wesentlichen Schritte — von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Projektumsetzung.

Warum der Jugendaustausch mit der Ukraine trotz Krieg weiterläuft

Es mag auf den ersten Blick paradox wirken: Ein Land im Krieg als Austauschpartner wählen. Doch ukrainische Jugendarbeit hat sich als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Organisationen wie das Ukrainian Youth Council, das Youth Action Network oder zahlreiche lokale NGOs in Lwiw, Uschhorod, Tscherniwzi und anderen westukrainischen Städten arbeiten trotz aller Einschränkungen weiter. Sie organisieren Seminare, Nonformal-Education-Trainings und internationale Online-Begegnungen — und viele sind explizit auf der Suche nach deutschen, österreichischen oder schweizerischen Partnerorganisationen.

Physische Begegnungen finden derzeit vor allem außerhalb der Ukraine statt: in Polen, Deutschland, Tschechien oder anderen EU-Ländern. Ukrainische Teilnehmende können mit entsprechenden Visa und Fördermitteln daran teilnehmen. Das schränkt die Formatvielfalt ein, macht Projekte aber keineswegs unmöglich. Online-Begegnungen, hybride Seminare und thematische Partnerschaften ohne gemeinsame Präsenzphase sind ebenfalls anerkannte Formate innerhalb europäischer Förderprogramme.

Für deutsche Träger bietet sich hier die Chance, eine langfristige Partnerschaft aufzubauen, die auch nach Kriegsende Bestand hat. Jetzt investierte Zeit und Vertrauen zahlen sich aus, wenn Austauschbegegnungen wieder direkt in der Ukraine stattfinden können.

Partnersuche Ukraine: Wo und wie man die richtigen Organisationen findet

Die Suche nach einer verlässlichen Partnerorganisation ist der erste und oft aufwändigste Schritt. Im Kontext Ukraine empfiehlt es sich, mehrere Wege gleichzeitig zu verfolgen, da die Kontaktaufnahme je nach Organisation und Region unterschiedlich schnell funktioniert.

Offizielle Plattformen und Datenbanken

Die europäische Jugenddatenbank SALTO bietet auf ihrer Partnersuche-Plattform die Möglichkeit, gezielt nach ukrainischen Organisationen zu filtern, die an Erasmus+-Projekten interessiert sind. Ebenso hilfreich ist das Tool „Jugendpartner" der Nationalen Agenturen in Deutschland (JUGEND für Europa) und Österreich (OeAD). Dort können Organisationen Partnergesuche einstellen und vorhandene Angebote durchsuchen. Viele ukrainische Träger sind dort bereits registriert und aktiv.

Netzwerke und persönliche Kontakte

Netzwerke wie das Youth Action Network (YAN), das explizit ukrainische Mitgliedsorganisationen hat, oder das Programm „Jugend in Aktion" ermöglichen Direktkontakte. Auch Diaspora-Organisationen in Deutschland — etwa ukrainische Kulturvereine oder Studierendengruppen — können als Brücke dienen und erste Kontakte zu aktiven Trägern in der Ukraine herstellen. Oft wird ein Kaltstart via E-Mail besser aufgenommen, wenn man sich auf ein konkretes, gut beschriebenes Projektidee bezieht.

  • SALTO EECA Partnersuch-Datenbank: Gezielte Filterung nach Land, Thema und Projektformat
  • JUGEND für Europa / OeAD: Nationale Agenturen mit eigenen Partnergesuche-Tools
  • Youth Action Network: Direktkontakte zu ukrainischen NGOs und Jugendzentren
  • Eurodesk Ukraine: Informationsnetzwerk mit Kontakten zu lokalen Akteuren
  • Ukrainische Kulturvereine in Deutschland: Informelle Brücken, die oft unterschätzt werden
  • Social Media (Facebook, Telegram): Viele ukrainische Jugendorganisationen sind in Gruppen aktiv, die sich um Erasmus+ und Nonformal Education drehen

Besonders Telegram-Gruppen wie „Ukrainian Youth Erasmus+" oder ähnliche Communities haben sich als überraschend effektiver Kanal erwiesen. Hier werden Partnergesuche gepostet, Projektideen diskutiert und Kontakte hergestellt — oft schneller als über formelle Datenbankeinträge.

Projektformate und was aktuell realistisch ist

Nicht jedes Projektformat ist derzeit mit ukrainischen Partnern gleich gut umsetzbar. Ein klassisches Jugendbegegnungsprojekt, bei dem die Gruppe gemeinsam eine Woche in Kiew verbringt, ist momentan nicht möglich. Was aber sehr wohl funktioniert, sind folgende Formate:

Jugendbegegnungen in Drittländern

Im Rahmen von Erasmus+ Jugend können Jugendbegegnungen in einem EU-Mitgliedsstaat oder assoziierten Land stattfinden. Das bedeutet konkret: Die Begegnung findet beispielsweise in Deutschland, Polen oder Tschechien statt, und ukrainische Teilnehmende reisen an. Reise- und Aufenthaltskosten werden anteilig erstattet. Dieses Format ist derzeit das gängigste für Jugendaustausch Ukraine und wird von den Nationalen Agenturen ausdrücklich unterstützt. Mehr zu den Fördermöglichkeiten findest du in unserem Beitrag Erasmus+ Jugend: Fördermittel für Jugendbegegnungen beantragen.

Virtuelle und hybride Begegnungen

Online-Begegnungen wurden im Rahmen von Erasmus+ bereits seit der COVID-19-Pandemie weiterentwickelt und sind als eigenständiges Format anerkannt. Hybride Formate, bei denen ein Teil der Gruppe physisch anwesend ist und ein anderer Teil digital zugeschaltet wird, ermöglichen Flexibilität. Für ukrainische Partner, die sich in schwer erreichbaren Gebieten befinden oder deren Mobilität eingeschränkt ist, kann das die einzig praktikable Option sein.

Jugendinitiativen und partizipative Projekte

Kleinprojekte unter dem Format „Jugendinitiativen" in Erasmus+ ermöglichen es, mit vergleichsweise geringem bürokratischem Aufwand gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln. Zwei bis drei Gruppen aus verschiedenen Ländern können dabei lokale Aktionen durchführen, die thematisch miteinander verbunden sind — z. B. gemeinsame Kampagnen zum Thema Demokratie, Klimagerechtigkeit oder digitale Inklusion.

„Wir wollten nicht einfach abwarten, bis der Krieg vorbei ist. Wir haben im Herbst 2023 eine Online-Begegnung mit einer Organisation aus Lwiw durchgeführt — über das Thema kulturelle Identität in Krisenzeiten. Es war intensiv, manchmal emotional, aber für alle Beteiligten eine der wertvollsten Erfahrungen überhaupt." — Jugendträgerin aus Frankfurt am Main, 2024

Schritt-für-Schritt: So plant ihr euer Projekt konkret

Ein erfolgreiches Jugendprojekt mit ukrainischen Partnern entsteht nicht über Nacht. Die Planung erfordert mehr Vorlaufzeit als bei Projekten mit EU-Partnern — sowohl wegen bürokratischer Hürden (Visa, Reisegenehmigungen) als auch wegen der allgemeinen Unsicherheit. Ein realistischer Zeitplan sieht in der Regel 9 bis 12 Monate vor dem geplanten Projektstart mit der Partnersuche vor.

  1. Thema und Format definieren: Welches inhaltliche Thema soll das Projekt haben? Welches Format passt zu euren Ressourcen und zur aktuellen Situation der ukrainischen Partner?
  2. Partner identifizieren und kontaktieren: Partnergesuche in Datenbanken einstellen, aktiv in Netzwerken suchen, erste Videokonferenzen führen.
  3. Partnerschaftsvereinbarung schließen: Rollen, Aufgaben und Erwartungen schriftlich festhalten — auch informal, aber klar.
  4. Förderantrag stellen: Fristen der Nationalen Agentur prüfen, Antrag gemeinsam ausarbeiten (ukrainische Partner müssen als Co-Antragsteller oder Partnerorganisationen eingetragen werden).
  5. Reise- und Visaplanung für ukrainische Teilnehmende: Frühzeitig beginnen — Visumanträge und Reisedokumente können Wochen in Anspruch nehmen.
  6. Programm entwickeln: Nonformal-Education-Methoden einplanen, interkulturelle Reflexionsphasen einbauen, Sprachfrage klären (oft Englisch als Arbeitssprache).
  7. Durchführung und Dokumentation: Teilnahmenachweise, Fotos, Lerntagebücher und Evaluationsbögen für den Abschlussbericht vorbereiten.
  8. Abschlussbericht und Nachbereitung: Lessons Learned festhalten, Kontakt zum Partner aufrechterhalten, Folgeprojekte anbahnen.

Besonders Schritt fünf wird häufig unterschätzt. Ukrainische Staatsbürger benötigen für die Einreise in Schengen-Länder grundsätzlich ein Visum — es sei denn, sie verfügen über einen Aufenthaltstitel in einem EU-Land (was für viele Geflüchtete in Deutschland zutrifft). Die Prüfung des Aufenthaltsstatus der einzelnen Teilnehmenden ist deshalb ein essenzieller Planungsschritt.

Förderprogramme im Überblick

Die wichtigste Förderquelle für den Jugendaustausch Ukraine ist das Programm Erasmus+ Jugend, das die Ukraine als Partnerland anerkennt. Im Bereich Leitaktion 1 (KA1) können Jugendbegegnungen und Mobilitätsprojekte beantragt werden. Ukrainische Organisationen können als Partnerorganisationen eingebunden werden, während der Antrag von einer in der EU ansässigen Organisation gestellt wird.

Darüber hinaus gibt es das Deutsch-Ukrainische Jugendwerk (DUJW), das seit seiner Gründung im Jahr 1993 gezielt bilaterale Projekte zwischen deutschen und ukrainischen Trägern fördert. Das DUJW bietet niedrigschwellige Zuschüsse, vergleichsweise kurze Antragsfristen und persönliche Beratung — ideal für Erstprojekte oder kleinere Träger ohne Erasmus+-Erfahrung. Förderfähig sind unter anderem Jugendbegegnungen, Fachkräfteprogramme und künstlerische Projekte.

Für Organisationen, die auch Freiwilligendienste in der Region in Betracht ziehen, lohnt ein Blick auf unseren Beitrag Freiwilligendienst in Georgien oder Armenien: Was erwartet dich? — die dort beschriebenen Strukturen ähneln in vielen Aspekten dem, was im osteuropäischen Kontext generell gilt.

Weitere Fördermöglichkeiten bieten:

  • Stiftung Deutsch-Ukrainisches Haus Berlin: Projektförderungen im kulturellen und zivilgesellschaftlichen Bereich
  • Auswärtiges Amt / Zivile Krisenprävention: Projekte mit Friedens- und Demokratiebezug
  • Bundesprogramm „Jugend erinnert": Projekte zur Erinnerungskultur, für die eine Kooperation mit ukrainischen Gedenkstätten in Frage kommt
  • Landesjugendpläne: Einzelne Bundesländer fördern bilaterale Jugendbegegnungen mit Ländern außerhalb der EU gesondert

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Wer zum ersten Mal ein Jugendprojekt mit einer ukrainischen Organisation plant, macht häufig ähnliche Fehler. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Chance zum Lernen — denn die meisten dieser Fallstricke lassen sich mit etwas Vorbereitung leicht umgehen.

Unterschätzte Kommunikationsbarrieren: Nicht alle ukrainischen Jugendbetreuer sprechen fließend Englisch. Projektmeetings auf Englisch zu führen ist zwar Standard, aber wer eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher einplant, erhöht die Qualität der Zusammenarbeit erheblich. Das DUJW erkennt Dolmetscherkosten als förderungsfähige Ausgabe an.

Zu kurzfristige Planung: Gerade die Visafrage und die Koordination mit der ukrainischen Partnerorganisation brauchen Zeit. Projekte, die kurzfristig angesetzt werden, scheitern oft an administrativen Hürden — nicht am fehlenden Willen der Beteiligten.

Einseitige inhaltliche Agenda: Es passiert schnell, dass der deutsche Träger das Programm fast vollständig vorgibt und die ukrainischen Partner sich als Empfänger fühlen. Echter Austausch entsteht aber nur, wenn beide Seiten inhaltlich gleichberechtigt gestalten. Gemeinsame Programmplanung über mehrere Videokonferenzen hinweg ist daher unverzichtbar.

Fehlende interkulturelle Vorbereitung: Eine Begegnung mit ukrainischen Jugendlichen, von denen manche unmittelbare Kriegserfahrungen haben, braucht eine durchdachte emotionale Vorbereitung auf beiden Seiten. Traumasensible Methoden, klare Gesprächsregeln und psychologische Sicherheit im Gruppenraum sind keine Extras, sondern Grundvoraussetzungen für solche Formate.

Trotz aller Herausforderungen zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre: Jugendprojekte mit ukrainischen Partnern sind nicht nur möglich — sie sind oft intensiver, sinnstiftender und nachhaltiger als viele andere internationale Begegnungen. Die gemeinsame Arbeit in schwierigen Zeiten schafft Verbindungen, die lange halten.

Fragen & Antworten

Können Jugendprojekte mit der Ukraine trotz des Krieges stattfinden?

Ja, Jugendprojekte mit ukrainischen Partnern sind weiterhin möglich — allerdings finden physische Begegnungen derzeit in der Regel außerhalb der Ukraine statt, etwa in Deutschland, Polen oder anderen EU-Ländern. Online- und Hybridformate sind ebenfalls anerkannte Alternativen. Viele ukrainische Organisationen suchen aktiv nach internationalen Partnern und sehen grenzüberschreitende Projekte als Teil ihrer Resilienzstrategie.

Wo finde ich geeignete Partnerorganisationen in der Ukraine?

Gute Anlaufstellen sind die SALTO-Partnersuch-Datenbank, das Tool der Nationalen Agenturen (JUGEND für Europa / OeAD) sowie Netzwerke wie das Youth Action Network. Auch ukrainische Kulturvereine in Deutschland und Telegram-Gruppen rund um Erasmus+ und Nonformal Education haben sich als effektive Kontaktwege erwiesen.

Welche Förderprogramme eignen sich für den Jugendaustausch mit der Ukraine?

Die wichtigsten Förderprogramme sind Erasmus+ Jugend (Leitaktion 1) und das Deutsch-Ukrainische Jugendwerk (DUJW). Das DUJW bietet niedrigschwellige Förderung speziell für bilaterale Projekte zwischen Deutschland und der Ukraine. Ergänzend kommen Landesjugendpläne, das Auswärtige Amt und verschiedene Stiftungen als Geldgeber in Betracht.

Brauchen ukrainische Jugendliche ein Visum für die Teilnahme an Projekten in Deutschland?

Ukrainische Staatsangehörige benötigen grundsätzlich ein Schengen-Visum für die Einreise. Ausnahmen gelten für Personen mit einem gültigen Aufenthaltstitel in einem EU-Land — was für viele in Deutschland lebende ukrainische Geflüchtete zutrifft. Die Klärung des Aufenthaltsstatus der einzelnen Teilnehmenden sollte frühzeitig erfolgen, da Visumanträge mehrere Wochen in Anspruch nehmen können.

Wie lange im Voraus sollte man ein Jugendprojekt mit ukrainischen Partnern planen?

Erfahrungswerte zeigen, dass ein Vorlauf von 9 bis 12 Monaten vor dem geplanten Projektstart sinnvoll ist. Diese Zeit wird für Partnersuche, gemeinsame Programmplanung, Förderantragstellung und — besonders wichtig — die Reise- und Visaplanung ukrainischer Teilnehmender benötigt.

In welcher Sprache laufen Jugendaustauschprojekte mit der Ukraine ab?

Englisch ist die gängigste Arbeitssprache in internationalen Jugendprojekten mit ukrainischen Partnern. Nicht alle ukrainischen Jugendlichen oder Gruppenleiter sprechen jedoch fließend Englisch, weshalb der Einsatz von Dolmetschern empfehlenswert ist. Das Deutsch-Ukrainische Jugendwerk erkennt Dolmetscherkosten als förderungsfähige Ausgabe an.

Was ist das Deutsch-Ukrainische Jugendwerk (DUJW) und wie kann ich es nutzen?

Das DUJW wurde 1993 gegründet und fördert gezielt bilaterale Jugendbegegnungen und Fachkräfteprogramme zwischen Deutschland und der Ukraine. Es bietet niedrigschwellige Zuschüsse, kurze Antragsfristen und persönliche Beratung — besonders geeignet für Organisationen ohne Erasmus+-Erfahrung. Informationen und Antragsformulare sind auf der Website des DUJW verfügbar.

Wie sorge ich dafür, dass das Projekt für beide Seiten gleichberechtigt ist?

Echter Austausch entsteht nur, wenn beide Seiten inhaltlich gleichberechtigt an der Programmgestaltung beteiligt sind. Mehrere gemeinsame Planungstreffen per Videokonferenz, klare Aufgabenteilung und regelmäßige Kommunikation auf Augenhöhe sind entscheidend. Ein häufiger Fehler ist, dass der EU-Träger das Programm fast vollständig vorgibt und die ukrainischen Partner sich als Empfänger fühlen.

Wie gehe ich mit dem Thema Krieg und Trauma in einem Jugendprojekt um?

Traumasensible Methoden und eine durchdachte emotionale Vorbereitung sind bei Begegnungen mit ukrainischen Jugendlichen, die unmittelbare Kriegserfahrungen haben können, unverzichtbar. Das bedeutet: klare Gesprächsregeln, psychologische Sicherheit im Gruppenraum und bei Bedarf den Einbezug von Fachpersonen. Beide Gruppen sollten im Vorfeld auf mögliche intensive Gesprächsmomente vorbereitet werden.

Sind Online-Begegnungen mit ukrainischen Partnern durch Erasmus+ förderbar?

Ja, virtuelle und hybride Begegnungsformate sind im Rahmen von Erasmus+ Jugend als eigenständige Formate anerkannt. Sie wurden bereits während der COVID-19-Pandemie weiterentwickelt und sind besonders dann sinnvoll, wenn die Mobilität ukrainischer Teilnehmender eingeschränkt ist. Die genauen Förderbedingungen sollten mit der zuständigen Nationalen Agentur abgestimmt werden.